Partner

Geschichte der Rosen


Brigitte Buser

'Auge aller Blumen, Zierde der Erde', so huldigte schon 600 v. Chr. die griechische Dichterin Sappho die Rose. Weit vor dieser Zeit und bis heute hat sie uns Menschen während unserer Entwicklungs- und Kulturgeschichte begleitet. Nicht nur durch die Jahrtausende, sondern auch von Anbeginn eines jeden menschlichen Lebens bis hin zum Tod sind Regungen, wie Leidenschaft, Freude, Glück und Leid vereint in ihrem Bild gepaart. Mit keiner anderen Pflanze sind wir so vielfältig und eng verbunden. Ob in der Kultur oder Geschichte, sie begleitet uns seit Jahrtausenden und durfte durch dieses Band eine unvergleichliche Entwicklung erfahren. Zwar schwankte ihre Beliebtheit im Laufe der Zeit bedenklich, was jedoch nicht an ihrer Präsenz fehlen liess. Rosen kommen in ihrer ursprünglichen Form nur auf der nördlichen Halbkugel zwischen der Arktis und Äthiopien vor. Ihre Gattung ist mit 100 bis 200 Arten vertreten. Sie zählt zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Botanisch ist sie der Familie der Rosaceae zugeteilt, zu der auch Obstbäume wie Apfel und Kirsche, der Mandelbaum sowie Weiss- und Schwarzdorn, Kirschlorbeer, Himbeere, der Wiesenknopf und Frauenmantel gehören, um nur einige zu erwähnen.


Die Rose als Symbol in der christlichen Religion
Die Rose als Symbol in der christlichen Religion
 

Ihr Erscheinungsbild ist jedoch unverkennbar, trägt doch der hauptsächlich bestachelte Strauch unpaarig gefiederte Blätter. Im Herbst werden viele Wild- sowie einfach blühende Formen von auffälligen Scheinfrüchten, den Hagebutten geziert. Der Ursprung dieser sehr alten Wild- und Kulturpflanze liegt vermutlich in Zentralasien, von wo sie über die damaligen grossen Handelswege, der Seidenstrasse, die Routen arabischer Händler sowie auf den Seewegen nach Europa, China, Indien, den Mittelmeerraum und Amerika wanderte. Ob sie ursprünglich in Persien oder China kultivier wurde, ist nicht nachweisbar. Unumstritten ist jedoch, dass bereits im 3. Jahrhundert vor Christus die chinesische Gartenkultur hoch entwickelt war, und die Sumerer, welche 2000 v. Chr. in Mesopotamien zwischen Euphrat und Tigris lebten, bereits Rosen kultivierten. Aber auch in Japan, Kaschmir und dem syrischen Reich wurden Rosen angebaut. In Antiochia/Türkei fand man 2000 Jahre alte Säulen, die stilisierte Rosen zieren. Die älteste bekannte, bildliche Darstellung einer Rose reicht jedoch bis in die Zeit um 1450 v. Chr. zurück und zeigt das Fresko des blauen Vogels, welches die Überreste des minoischen Palastes von Knossos auf der Insel Kreta ziert. Das persische Wort 'gul' bedeutet nicht nur Blume, sondern auch Rose. Hier sowie im hellenistischen Griechenland fand die Rose nicht nur in der Gartenkunst ihre Verwendung, sondern auch in der Heilkunde, Küche und Schönheitspflege wurde sie zu einem festen Bestandteil.

Rosen kommen in ihrer ursprünglichen Form nur auf der nördlichen Halbkugel zwischen der Arktis und Äthiopien vor. Ihre Gattung ist mit 100 bis 200 Arten vertreten. Sie zählt zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Botanisch ist sie der Familie der Rosaceae zugeteilt, zu der auch Obstbäume wie Apfel und Kirsche, der Mandelbaum sowie Weiss- und Schwarzdorn, Kirschlorbeer, Himbeere, der Wiesenknopf und Frauenmantel gehören, um nur einige zu erwähnen. Ihr Erscheinungsbild ist jedoch unverkennbar, trägt doch der hauptsächlich bestachelte Strauch unpaarig gefiederte Blätter. Im Herbst werden viele Wild- sowie einfach blühende Formen von auffälligen Scheinfrüchten, den Hagebutten geziert. Der Ursprung dieser sehr alten Wild- und Kulturpflanze liegt vermutlich in Zentralasien, von wo sie über die damaligen grossen Handelswege, der Seidenstrasse, die Routen arabischer Händler sowie auf den Seewegen nach Europa, China, Indien, den Mittelmeerraum und Amerika wanderte. Ob sie ursprünglich in Persien oder China kultivier wurde, ist nicht nachweisbar. Unumstritten ist jedoch, dass bereits im 3. Jahrhundert vor Christus die chinesische Gartenkultur hoch entwickelt war, und die Sumerer, welche 2000 v. Chr. in Mesopotamien zwischen Euphrat und Tigris lebten, bereits Rosen kultivierten. Aber auch in Japan, Kaschmir und dem syrischen Reich wurden Rosen angebaut.

In Antiochia/Türkei fand man 2000 Jahre alte Säulen, die stilisierte Rosen zieren. Die älteste bekannte, bildliche Darstellung einer Rose reicht jedoch bis in die Zeit um 1450 v. Chr. zurück und zeigt das Fresko des blauen Vogels, welches die Überreste des minoischen Palastes von Knossos auf der Insel Kreta ziert. Das persische Wort 'gul' bedeutet nicht nur Blume, sondern auch Rose. Hier sowie im hellenistischen Griechenland fand die Rose nicht nur in der Gartenkunst ihre Verwendung, sondern auch in der Heilkunde, Küche und Schönheitspflege wurde sie zu einem festen Bestandteil.

Seit jeher wurde die Rose als eine Gabe der Götter betrachtet und deshalb auch vielen von ihnen geweiht. Sie verkörpert den Inbegriff der Schönheit, Hingabe wie auch der Liebe. Besonders in der griechischen Mythologie ist die Rose stark vertreten und unter anderem Aphrodite, der Göttin der Liebe, geweiht. Der Name der Insel Rhodos bedeutet 'Rose', und die griechische Dichterin Sappho, die ich eingangs zitierte, wählte die Rose 600 v. Christus zur Königin der Blumen. Das Schild des Achilles soll rosenverziert gewesen sein, und auch Epikur, der Philosoph der Lebensfreude, war der Rose zugetan. Auch ihn der Liebe ist sie mit uns Menschen stark verbunden. Bekommen wir rote Rosen geschenkt, ist ihre Botschaft eindeutig, und auch in Märchen begegnet sie uns immer wieder, wo viele Formen der Liebe vorkommen, die uns oft unwirklich erscheinen und doch eine klare Realität wiederspiegeln.

 

In der Heraldik war sie seit frühester Zeit ein beliebtes Symbol und versinnbildlichte nebst echter Lebensfreude, Glück und Liebe, die des Geheimnisses und des Schweigens. Die Ägypter, welche die Rose 300 v. Chr. der Göttin Isis weihten, schätzten sie nicht nur zu Heilzwecken, sondern verwendeten sie auch in der Küche. Aber auch im Totenkult spielte sie eine wichtige Rolle. Man wusch die Toten mit Rosenwasser und legte ihnen neben anderen Blumen auch Rosen ins Grab. Von Ägypten gelangte der Rosenkult ins Römische Reich. Die Römer erhoben durch ihr exzessfreudiges Verhalten die Rose über alle Pflanzen, wodurch ihre Popularität enorm gesteigert wurde.

Aus diesem Grund lehnte das frühe Christentum die von den Römern so hoch verehrte Rose vehement ab, wo hingegen sie vom Islam wiederum zutiefst verehrt wurde. Nach dem Koran entstanden die Rosen aus den Schweisstropfen des Propheten Mohammed, seines Tieres und des Erzengel Gabriels. Allmählich wandelte sich die Abneigung der Christen gegenüber der Rose, und sie erlangte wieder Ansehen und nahm als Symbol der Reinheit und Keuschheit eine bedeutende Stellung im kulturellen Leben ein. Parallel zu jenem Aufstieg hielt sie als begehrte Heilpflanze in den Klostergärten Einzug, und auch in der Küche war die Rose vertreten. Hagebutten und Blüten wurden zu unzähligen Köstlichkeiten verarbeitet. Anfang des zehnten Jahrhunderts wurde in Europa die Destillation erfunden, worauf alsbald das erste Rosenwasser und später auch das Rosenöl entstand. Seitdem ist ihr Duft nicht mehr aus Parfüms und Kosmetika wegzudenken.

Die Entwicklung unserer Gartenrosen, von der Rosa gallica als Stammform gilt, vollzog sich über Jahrhunderte. Rosa x damascena, eine weitere Vorläuferin, gelangte während der Kreuzzüge nach Europa. Rosa x Alba, ein Abkömmling unserer einheimischen Hundsrose oder Heckenrose, spielte hierbei keine Rolle, sie war jedoch an der Entstehung der Ayrshirerosen beteiligt.

Im 16. Jahrhundert entstanden in Holland die ersten Centifolien, die mit ihrem berauschenden Duft alsbald Einzug in Bürger- und Herrschaftsgärten hielten. Aus ihnen gingen durch Knospenmutationen die Moosrosen hervor. Bereits in der Mitte des letzten Jahrtausends brachten Seefahrer die ersten Rosenvarietäten aus China nach Europa. Durch Züchtung und Selektion entstanden weitere vielfältige, nachblühende oder remontierende Rosenklassen, wie die Portland-, Bourbon-, Noisette- und Remontantrosen.

 

Der Sammelleidenschaft Kaiserin Joséphines (23. Juni 1763 - 29. Mai 1814), Gattin Napoleons des I. von Frankreich, welche die Pflanzen über alles liebte, haben wir es zu verdanken, dass etwa 250 Rosensorten aus allen Himmelsrichtungen im Garten von Malmaison zusammengetragen wurden, die der berühmte französische Rosenmaler Pierre Joseph Redouté hingebungsvoll und mit einer unglaublichen Präzision porträtierte. 1847 wurde die porzellanrosafarbene Bourbounrose ihr zu Ehren auf den Namen 'Souvenir de la Malmaison' getauft. Mit vermehrt einsetzender Forschung sowie des erhöhten Engagements der Züchter setzte sich die unaufhaltsame Entwicklung der Rose fort. 1867 entstand aus einer Teerose und einer Remontantrose die erste Teehybride, La France. Die Epoche der Modernen Rosen begann. Zwischenzeitlich entstanden auch berühmte Rosengärten wie L'Hay-les Rose und Bagatelle in Frankreich, das Rosarium Sangerhausen in Deutschland mit der grössten Rosensammlung der Welt sowie Queen Marys Rosegarden in London. In der Schweiz sind es der Blindenrosengarten in Rapperswil, der Rosengarten von Schloss Heidegg sowie die Roseraie Parc de la Grange in Genf, um nur einige zu nennen, in denen wir ihre ganze Pracht in vielerlei Art wahrnehmen können.

Neben Edelrosen finden wir heute auch Klassen wie die Moschatahybriden, mehrmalsblühenden Kletter- und Strauchrosen sowie Polyantha- und Floribundarosen, die sich alle durch enormen Blütenreichtum und Farbenvielfalt auszeichnen. Auch namhafte Rosenschulen wie zum Beispiel Vibert und Meilland in Frankreich, Kordes, Tantau, Geschwind und Schultheis in Deutschland hat die Zeit hervorgebracht. England ist mit den Züchtern Beales, Harkness und Austin vertreten, der Anfang der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts die erste Englische Rose mit dem Namen 'Constance Spry' auf den Markt brachte. In der Schweiz erzielte der Rosenzüchter Richard Huber aus Dottikon internationale Zuchterfolge. Durch all diese Zeiten hat die Rose uns Menschen begleitet. Sie eroberte mit ihrer Schönheit, ihrem Farbenspektrum und nicht zuletzt ihrem unvergleichlichen Duft einen festen Platz in unseren Herzen, wodurch ihr immer ein Platz in unseren Gärten bewahrt ist.

gartenfreunde im Web

Gartenforum